Verfasst von: Margrit | 22.11.2019

Das letzte Geleit

Die letzte Ehre habe ich immer gesagt: ich hätte meinen Tanten im Mai und im August gerne die letzte Ehre erwiesen.

Jetzt hat Roswitha mir den viel schöneren Begriff Das letzte Geleit in Erinnerung gebracht. Heute gebe ich meiner Tante Miechen das letzte Geleit. Es wird ein langer Tag und viele Stationen werden.

04:30 Wecker. Der superliebe Mitbewohner steht mit auf und fährt mich zum Bahnhof. Die superliebe Liebste schmiert mir Brote.

05:19 S-Bahn nach Nürnberg. Schon viele Menschen unterwegs. Stockdunkel.

06:00 ICE nach Frankfurt. Stockdunkel.

08:25 RE nach Saarbrücken. Drei Stunden Regional Express, was habe ich mir denn da ausgeguckt? Der Zug heißt nicht DB, sondern Vlexx. Dunkel ist nicht mehr, aber auch nicht wirklich hell. Novemberhell. Passt, ist schließlich Beerdigung.

Besondere Umstände erfordern besondere Maßnahmen. Einer meiner äußerst raren To-Go Kaffees.

09:00 Jetzt sollte die OW losgehen. Erste Verspätungsmeldung für heute. 15 min.

10:00 Verspätung jetzt 40 min. Der Zugbegleiter sucht mir eine neue Verbindung raus, insgesamt 1 1/2 Stunden spätere Ankunft als geplant. Mein Sicherheitsabstand bewährt sich.

10:30 Wir wollten Zeit aufholen. Von wegen. 55 min.

11:30 Unser Zug gibt auf und will wieder zurück. Wir sollen jetzt alle in Neunkirchen (aha) aussteigen und in den Nachfolgezug wechseln, der uns fast eingeholt hat.

Diese Fahrt wird rekordverdächtig.

Zwischendrin Sonne, Himmel blau, das ist ja auch was.

12:00 Neunkirchen. Nächster RE nach Saarbrücken.

12:19 Saarbrücken. RE nach Trier. Wie oft bin ich jetzt umgestiegen? Dieser hat WLAN und eine Steckdose fürs Handy.

Moselschleifen? Nein, noch nicht. Saar kann das auch.

13:37 Trier. RE nach Luxemburg. Mein Bruder im selben Zug.

Letzteres ist der Plan. Ich veröffentliche jetzt mal diese ersten acht Fahrtstunden. Fortsetzung irgendwann.

– – –

War knapp in Trier, aber hat geklappt.

14:25 Ankunft Luxemburg. Neun Stunden waren das. Die Beerdigung ist um 16:00 Uhr. Erstmal Bus zur Tante (eine andere), 10 Minuten Teepause, dann Tram zum Friedhof.

20:45 Rückfahrt nach Aachen mit Schwester, Bruder, Mutter im Auto.

23:00 Aachen. Mutter ist detsch. Ich auch so ziemlich.

 

 

 


Antworten

  1. Liebe Margrit, starke Nerven, weiterhin Durchhaltevermögen und natürlich viel Glück wünsche ich Dir, bis Du Dein Ziel erreicht hast.
    Das Abschiednehmen sollte jetzt wirklich gelingen. Denke an Dich.

    Grüße von Renate

  2. […] Vettern und Kusinen drei unserer betagten sechs Tanten (bzw. Mütter) beerdigen müssen. Hier habe ich darüber […]


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..

Kategorien

%d Bloggern gefällt das: