Verfasst von: Margrit | 08.11.2016

Hannchen Jensen

Meine erste Stelle hatte ich an einem Uni-Institut. So ein Institut st ein merkwürdiges Gebilde. Ganz oben steht der Prof, Herr Aller Reusen, darunter sein Adjutant, der sich um den Alltagskram und ums Fußvolk kümmert. Das Fußvolk sind die studentischen und die wissenschaftlichen Mitarbeiter_innen, eine junge überwiegend männnliche Meute, die häufig wechselt und so immer neu ist.

Dazu die Sekretärin, eine Institution für sich, schon immer da seit Generationen, weiß alles und managt alle. Und manchmal bringt sie selbstgebackenen Kuchen mit! (Dass sie eine fantastische Bäckerin ist, versteht sich von selbst).

Das Ereignis des Jahres bei uns war: Hannchen-Jensen-Torte.

Stockwerke von Teigböden, Frucht, Sahne, Baiser, perfekt gebaut, köstlich weich und knackig und schmelzend zart.

Ich hatte Hannchen Jensen komplett vergessen – bis heute auf Arbeit eine junge Kollegin (die niemanden managt und bei der ich, mea culpa, nicht die geringsten Backkünste vermutet hätte) eine eben solche mitbrachte.

Ein Gedicht von Torte! Und doppelt wohlschmeckend durch den Erinnerungsflash.

Im Netz habe ich nun heute Abend viele Hannchen Jensens gesehen. Aber keine sieht auch nur halbwegs so üppig und lecker aus, wie die heutige geschmeckt hat.


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