Verfasst von: Margrit | 10.10.2016

That makes me smart

Oft werde ich gefragt, ob wir in den USA etwas vom Wahlkampf mitbekommen haben, und natürlich haben wir das.

Ich habe keinerlei große Plakatwerbung gesehen wie bei uns.

Es gab dreierlei.

Vor manchen Häusern Schilder, mit denen die Bewohner ihre Wahlentscheidung kundtaten. Eine eindeutige Tendenz konnte ich nicht ausmachen.

Clinton
Kaine

oder

Trump
Pence

Dann die persönlichen Gespräche. Großer Bruder: „Wenn ich wählen würde, dann würde ich Trump wählen.“ Das war natürlich Provokation, denn was soll „wenn … würde“ bei einem bedeuten, der schließlich zur Wahl gehen kann? Er betonte auch, politisch stimme er ganz mit seiner Frau überein. Was für eine eingefleischte Republikanerin die ist, wussten wir noch vom letzten Mal. Und damals schon hasste sie mit befremdlicher Leidenschaft Hillary Clinton, die doch nur die Präsidentengattin war.
Wir hatten uns geschworen: keine politischen Diskussionen mit ihr. Das haben wir eisern eingehalten, zu ihrem Verdruß, die mehrfach dazu ansetzte. Es war deutlich, wie das Thema sie umtreibt, Trump trotz allem doch nicht geheuer. Wahl zwischen Pest und Cholera, oder, wie ich gelernt haben, „stuck between a rock and a hard place“.
Das sahen zu unserer Enttäuschung auch unsere Freunde in Vermont so. Eigentlich könne man beide nicht wählen. Aber hoffnungsvollerweise werde sich doch Trump sicher mit guten Beratern umgeben…
Wir sind aber auch Menschen begegnet, die meinten, sie schämten sich dafür, dass ihre Landsleute einen Trump, der ein Narzisst und Soziopath sei, für wählbar hielten.

Das dritte waren die überall laufenden Fernseher, fast immer Fox. Grusel und Haarsträubung. Von dem TV Duell, das während unserer Zeit drüben stattfand, habe ich in der Nachberichterstattung als einziges Thema, das aber 100 Mal, von einer früheren Schönheitskönigin gehört, die Herr Trump als die hässlichste aller Zeiten verunglimpfte. Bitte?!
Ach, und einmal erwähnten sie auch das Thema Steuern, bzw. das jahrzehntelange Nichtzahlen derselben durch Trump. Wobei ich den Satz aus seinem Mund hörte, der mich fassungslos macht: „That makes me smart.“

Ixh bin pessimistischer zurückgekommen als ich vorher war.


Responses

  1. Ich hoffe sehr, dass diese amerikanische Mentalität uns immer fremd bleiben wird. Es kommt aber noch schlimmer: Ein investigativ Journalist deckte geheime Listen auf, in denen u.a. die Hautfarbe vermerkt ist. Programme, die nur die Republikaner nutzen, laufen über diese Listen und sortieren mit allen Tricks diese Leute aus, die vorwiegend demokratisch wählen würden. Es werden Gründe an den Haaren herbeigezogen, warum sie dies nicht dürfen. Es handelt sich um einige Millionen Stimmen!

  2. Hier könnt ihr den Beitrag nachlesen:
    http://www.daserste.de/information/wissen-kultur/ttt/videos/usa-betrug-am-waehler-100.html


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