Verfasst von: Margrit | 06.08.2016

WMDEDGT 08/16

Blog als Tagebuch: Frau Brüllen fragt an jedem 05. des Monats, was wir so treiben („Was Machst Du Eigentlich Den Ganzen Tag?„), und diesmal verrate ich’s.

Dieser 05. begann früh: um 0:10 Uhr war ich auf der Seite des Poetenfests, um zu sehen, ob bei denen auch schon der 05. war, an dem sollte nämlich der Vorverkauf beginnen. War es aber nicht, jetzt hieß es: ab 8:00 Uhr. Also war ich nach acht im wesentlichen mit Schlaf verbrachten Stunden wieder da – und habe alle unsere Wunschkarten geordert. Allerdings nicht immer genau die gewünschten Plätze – die sollen alle in diesen ersten 10 Minuten schon weggekommen sein?!

Zufrieden – ein Tag, an dem schon vor dem Frühstück der wichtigste Punkt erledigt ist, kann ja nur gut werden!

Nach dem Frühstück ging es weiter mit Erledigungen, wobei ich überwiegend als Fahrerin fungierte. T. musste Überweisungen loswerden (sowas gibt es noch), bei der Hausärztin war ich als Zeugin gefragt, dass ein beantragtes Rezept beim letzten Mal nicht ausgestellt worden war, der dm wollte wie befürchtet nur ungern unsere ausrangierten Bücher annehmen, da ihnen der Erfolg der Buch-rettet-Leben Kooperation über den Kopf wächst, die Caritas nahm den riesigen Korb Bettwäsche und Klamotten dagegen gerne entgegen. Kirschen vom Straßenstand, Tisch beim Japaner klargemacht, kurzer Ebl Einkauf und einen Kaffee gegönnt, bei dem wir übers Glücklichsein plauderten.

Zuhause Gartenrunde, Kochen, spätes Mittagessen, dann Schreibtisch. Bisschen rumgemailt, bisschen rungebloggt (heute, morgen, übermorgen) und sogar ein Stündchen programmierenderweise Geld verdient.

Später tatsächlich wie vereinbart die USA Vorbereitungen weitergetrieben. Mit Reiseführer und iPad Boston Area besucht, Cape Cod, oder doch Cape Ann, kurzer Sprung nach Stockbridge, wieder in Cape Ann um ein Haar eine Ferienwohnung festgemacht. Gerade noch an „eine Nacht drüber schlafen“ erinnert.

Und schon Abend. Nach erfreulich ereignisloser Tagesschau zog T. sich „The Boys are back“ auf ARTE rein. Ich wollte dazu bügeln (obwohl kein typischer Bügelfilm), dann meine Mutter anrufen. Der Film war aber echt gut, so dass ich hängenblieb. Australienkunst hat nun auch diesen speziellen rabaukigen Charme. Und meine Mutter kann man auch um 22 Uhr noch anrufen.

Ihr Bericht vom Tage war zunächst durcheinander, klärte sich aber im Laufe des Gesprächs, und es wurde auch deutlich, was sie verstört hatte. Die Enkelin einer Freundin war 28jährig bei einem Busunfall ums Leben gekommen. Laut Experten hatte sie nicht mal Zeit, ihren Tod wahrzunehmen. Geht das? Im einen Moment lebendig, im nächsten nicht mehr. Man kann es nicht fassen.

Während meine Frau neben mir auf dem Sofa friedlich schnorchelte, die Zeitung zu Ende geblättert, ein paar Seiten Jiro Taniguchi, Ihr Name war Tomoji   und Blogrunde.

Via Kaltmansell: Göttliche Erfindung der Menopause.

Bei Frau Brüllen einigen WMDEDGT (ihr wisst schon) gefolgt und mir überlegt, dass dieser unspektakuläre und doch so volle Tag sich vielleicht zum Einstieg eignen würde.

Bei Anke Gröner wissenschaftliche Beschäftigung mit Alltagsdokumenten aus dem 19. Jahrhundert miterlebt. Die Historiker*innen des 22. Jahrhunderts werden mal glücklich sein über die Erfindung von WMDEDGT.

Und auch diesen Premierentext richtig einordnen.


Responses

  1. eine Bemerkung zu : „was machst du den Ganzen Tag“
    habe heute im Dienste der Bahnhofsmission auch das (Zahl) Wort Ganz benutzt und zwar fragte ich: Gehören Ihnen die ganzen Kinder-2 Frauen waren mit mehreren Kindern unterwegs-darauf die eine Frau: ja halbe Kinder gibt es nicht
    sowas Schlagfertiges


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