Verfasst von: Margrit | 28.05.2016

Die „Jugend“ von heute

Gestern beim Bäcker. Ich bleibe an der Tür stehen, um einen Herrn durchzulassen, der mit zwei Stöcken hinaus will, für zwei nebeneinander reicht der Platz nicht. Quetscht sich von hinten eine sehr weißhaarige, sehr sicher siebzigjährige und sehr schicke (also für Erlanger Verhältnisse) Dame an mir vorbei hinein. Er drückt sich noch so gerade in die Auslagen, um nicht umgerannt zu werden.

Madame prescht in den Laden und merkt nix …

Er nimmt’s sportlich. „Ja ja die Jugend von heute“, spottet er laut in ihre Richtung, und ich pflichte ihm laut bei,  „ja die Jugend hat’s halt immer eilig.“

Davon nimmt unsere Dame allerdings nicht die geringste Kenntnis …

Die steht jetzt an der Theke, vor mir logischerweise, und bestellt – und ich höre eine junge Dame, die dort bereits stand, empört „Entschuldigung?!“ rufen.

Madame „Ich hätte gerne …“

„Hören Sie mal, ich stehe hier schon, ich bin vor Ihnen dran!“

„Ach, Sie waren vor mir? Ja das wußte ich ja nicht, dass Sie auch etwas kaufen wollten. Ich dachte, Sie würden nur, ach das tut mir aber leid. Also wirklich, Entschuldigung, ich wollte mich wirklich nicht vordrängeln.“

Noch nach dem Erstehen meines Hörnchens und im Hinausgehen höre ich sie, „Also ich würde mich doch nie … also nein, also wirklich …“


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