Verfasst von: Margrit | 19.05.2016

Margrit (58) bloggt Menopause

Siehe auch http://www.vorspeisenplatte.de/speisen/2016/05/journal-freitag-13-mai-2016-menopausenbloggen.htm und Zipperlein.

 

Was anders geworden ist

Ich habe nie mehr kalte Hände oder Füße. Das hörte zwar noch nicht mit 40 auf, wie mir versprochen war, aber da waren ja auch noch keine Wechseljahre. Seit etlichen Jahren ist es nun aber so – und davor waren sie IMMER kalt. Das ist angenehm, und es ist super praktisch, wenn man mit einer Frau zusammenlebt, die ihrerseits an Jahren so weit voraus ist, dass sie schon wieder in einer anderen Phase ist – und Alter ist tendenziell verfroren. Ich schlafe schlechter, d. h. wache häufiger zwischendrin auf. Ich schnarche, wenn ich auf dem Rücken schlafe. Ich wiege um einiges mehr. Ich habe seit vielleicht 10 Jahren Zeiten mit nächtlichen Hitzeattacken, das geht dann einige Monate so, dann hört es wieder auf, dann geht es wieder los. Ich bilde mir ein, jetzt auf die 60 zu wird es seltener. Wenn’s schlimm war, hat mir Johanniskraut geholfen. So oder so brauche ich auch im Winter nur noch ein dünnes Bettdeck. Ich habe zweimal längere depressiv verstimmte Phasen erlebt, ein mir seit der Pubertät nicht mehr bekannter Zustand. Das fand ich scheußlich, aber in gewisser Hinsicht bildend, was Einfühlung betrifft in die, die sich viel damit herumschlagen. Auch hier half irgendwas Pflanzliches. Ich bin bewegungsfaul geworden. Ich habe keine monatlichen Blutungen mehr, allerdings wurden die nicht durch die Wechseljahre beendet, sondern mit 44 schlagartig durch Gebärmutterentfernung. Myome ernähren sich von Östrogen und beim Wettlauf gegen den Östrogenabfall war meins zu schnell und hat die Gebärmutter gleich mitgenommen. Von mir nur sehr kurz betrauert und dann mit Erleichterung nie vermisst. Dadurch fand ich es aber ziemlich schwierig auszumachen, wann und ob ich nun in den Wechseljahren war, was auf sie zurückzuführen ist, was aufs Altern allgemein (die Zipperlein werden mehr), was auf andere Änderungen der Lebensumstände.

Im Vergleich zu vorher fand / finde (wann sind sie eigentlich vorbei?) ich die Wechseljahre jedenfalls eine holprige unruhige Zeit. Aber man reift [hust].

indianSummer

Das Thema bebildert sich nicht so leicht.
Nun ist mir dies eingefallen – ein Prospekt zum Indian Summer
von 1998 (und ganz nebenbei, 2016 hoffen wir ihn wieder zu erleben)

Nachtrag

Es war mir wichtig, diesen Text zu schreiben, und es fiel mir schwer, ihn zu veröffentlichen.

Zuerst, weil ja ihr OWlerinnen meine Hauptleserinnen seid, und wir reden im allgemeinen nicht so offen und persönlich. Gerade deshalb ist es natürlich genau der richtige Ort, wenn ich das Thema aus der „darüber spricht man nicht“ Ecke raus haben will.

Dann aus dem gerade entgegengesetzten Grund. Denn inzwischen habe ich in dieser Woche so viele Kommentare und Blogbeiträge gelesen, die Frau Kaltmamsells Beitrag losgetreten hat, und die sind so mutig und ehrlich, so voller Lebendigkeit und persönlicher Erfahrungsfülle und guter Gedanken, dass mir meine Worte dagegen ganz dürr und blutleer vorkommen.

Schwer, mich davon zu lösen, aber „eigentlich“ haben mich ja gerade das die Jahre gelehrt. Ich bin, wie ich bin, ich schreibe so wie ich schreibe. Mein Mosaikstein zum Ganzen. Und das passt so.

 

Siehe auch
Gaby (63) bloggt Menopause
„Walli (79) bloggt Wechseljahre“
„Wiebke (67) bloggt Menopause“

„Rieke (53) bloggt Menopause“

 


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