Verfasst von: Margrit | 19.02.2016

Kino Kino 2016 / 1

Grandioser Einstieg in mein Kinojahr 2016 war ja Star Wars. Und weitergehen soll es dieses Wochenende mit Hail, Caesar! von den Coen Brüdern, der Eröffnungsfilm der Berlinale war und die ganze Prominenz inklusive George Clooney nach Berlin gespült hat. Den Trailer hab ich jetzt schon diverse Male gesehen! Das kann zum Problem werden, wenn man öfters im Kino ist und einen Trailer nicht mag, aber diesen speziellen in seiner Buntheit und Rasanz konnte ich mir gut mehrfach ansehen, und ich freu mich echt auf den Film.

Dazwischen gab es:

Valley of love
Wie alle sagen, so ging’s mir auch. 100% ein Schauspielerfilm. Die Story kann man vergessen, am Ende kommt sie nicht mal irgendwo an. Aber die schmale scharfe und nervöse Isabelle Huppert und daneben Gérard Depardieu der Riese in der Leibesfülle seines Alters (und über weite Strecken seinen nacktem Bauch präsentierend) und dabei so sanft, das ist vielleicht eine Paarung!
Dazu die tolle Landschaft des Death Valley in immer neuen Einstellungen, rote Erde, Hitze, flirrendes Licht und sehr blauer Himmel – so gesehen gerade der richtige Film im hiesigen Januar-und Februar-Grau.

Hello, I am David
Diesen Film wollte ich unbedingt sehen, und es hat sich gelohnt. Ein Dokumentarfilm im Manhattan, zu meiner Verwunderung sehr gut besucht mitten in der Woche.
Es geht um den Konzertpianisten David Helfgott (67), einen begnadeten Musiker, als Wunderkind aus einfachsten Verhältnissen in Australien gestartet, psychischer Zusammenbruch als junger Mann, ewige Jahre in der Psychiatrie (ohne Klavier, ohne Musik, das, sagt er, war das Schlimmste) und danach mühsam zurück auf die Bühnen der Welt.
David ist eindeutig anders: er redet ununterbrochen vor sich hin (auch beim Klavierspiel), ist ständig in Bewegung, verfolgt seine Bedürfnisse (Tee, Cola, Horten von Stiften) wie ein Kleinkind. Er steht nicht wirklich im Austausch, aber alle Menschen, die ihm begegnen, spricht er an, berührt sie, umarmt alle: „Hello, I am David.“ Er ist anstrengend. Immer ganz präsent im Augenblick. Und er spielt leidenschaftlich und großartig Klavier, und da ist dann auch der Kontakt da, im Film z. B. auf Tournee mit den Stuttgarter Symphonikern.
Es ist auch ein Film über Davids beeindruckende Frau Gillian, fast 20 Jahre älter als er. Er machte ihr nach nicht einmal 24 Stunden einen Heiratsantrag („ich habe ein bisschen länger gebraucht, mich zu entscheiden“), und nur durch sie wird ihm sein Leben wohl überhaupt möglich.
Solche Menschen faszinieren mich und Cosima Langes filmisches Portrait hat mich gefesselt. Sein Leben ist auch schon Vorlage eines bekannten Spielfilms gewesen (Shine), es gefiel mir aber sehr, die echten Menschen zu sehen.

Suffragette
Suffragetten sind in meiner Vorstellung englische Oberschichtladies, die sehr entschlossen und mit Regenschirm bewaffnet für das Frauenwahlrecht gekämpft haben. Das ist wohl ein bisschen verkürzt … In diesem Film ist es eine junge Frau aus der Unterschicht, die sich der Protestbewegung anschliess. Der Film zeigt sehr drastisch die üblen ausbeuterischen Lebensverhältnisse, die Armut und Rechtlosigkeit der Unterschicht und nochmal verschärft der Frauen, und das Aufbegehren dagegen. Also bildend, aber filmisch bleibt das Ganze eher blass und etwas blutleer.
Meryl Streeps Kurzauftritt als Vorkämpferin und Ikone der Bewegung Emmeline Pankhurst ist natürlich eine Show!


Responses

  1. Ich hoffe ihr habt auch das E-werk Kino heimgesucht; ich mag das Lamm aber nicht den Pächter+Freundin ,der ewig unfreudndlich durch mich hindurchschaut obwohl er mich al Mitglied kennt.
    Das E Werk ist städtisch u zeigt die interessanten Filme nach kurzer Zeit auch . Außerdem ist es dort preiswerter; es gibt eine Sammelkarte nach 10 Besuchen ist einer umsonst. Außerdem rede ich dort mit in der Kinogruppe, die ehrenamtlich geleitet wird.

  2. Danke für die tollen Aregungen.
    Liebe Grüße
    Marlene

  3. […] Caesar! (Von Margrit) Habe ihn gesehen, habe mich sehr […]


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